„AMSTERDAM – Eine literarische Einladung“

Amsterdam, ich war noch nicht dort, deshalb habe ich mich gern einladen lassen.

24 Autoren haben über ihre Erfahrungen mit dieser Stadt erzählt, einige Texte haben sich mir besonders eingeprägt. Das sind die, in denen über das Kriegsende, die Enttäuschungen der nach Hause Gekehrten, von Tauer und Verlorenheit berichtet wird. Immer aber gab es auch Hoffnung und Aufbruch. Die Beobachtungen in der Stadt nach der Überwindung der Nachkriegszeit sind ebenso nachdenklich wie berührend.

Überrascht hat mich auch die Konfrontation mit der Kolonialmacht Niederlande (W.F. Hermans) und die in „Die Schlacht um die Blaubrücke“ (A.F.Th. van der Heijden) geschilderten Proteste und Aktionen am Tag der Krönung der Königin. In „Nur nette Menschen“ wird dann die Buntheit der Stadt, die Vielfalt der Farben, die Meinungen der Menschen unterschiedlichster Herkunft zum jeweils anderen „Ausländer“ gezeigt. Jedes erdenkliche Vorurteil wird bedient, alle sind gegen alle und die Begründung wird gleich mitgeliefert. Zum Lachen oder zum Weinen ?!

Und natürlich wird auch das Fahrrad zum Thema.

Schlussendlich hat A.M.G. Schmidt in „Fahren sie doch mal nach Amsterdam“ so witzig beschrieben, welche Verwunderung bei einer Einheimischen entsteht, als die sich beim Betrachten eines Amsterdam-Reiseführers fragt, ob das ihre Stadt ist.

Also doch ein heiteres Ende in diesem für mich eher nachdenklichen Amsterdam – Buch. Wenn ich in zwei Wochen in Amsterdam bin, werden mir Plätze und Namen etwas vertrauter sein, als vor der Lektüre des Buches. Die literarische Annäherung an eine Stadt hat mir gefallen und ich bin ermuntert, auch die im gleichen Verlag erschienenen diversen weiteren Städteporträts zu lesen. Übrigens, Tulpen haben in dem Buch keine Rolle gespielt!

Tscherka

„AMSTERDAM – Eine literarische Einladung, erschienen bei WAGENBACH und herausgegeben von Eva Cossee. (ISBN 978 3 8031 1321)

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