Besuch am Messestand von Voland & Quist

Ein Schnack auf der Leipziger Buchmesse

Die zweitgrößte Buchmesse Deutschlands fand wie gewohnt im März in Leipzig statt. Die „Publikumsmesse, die die Begegnung zwischen Autor und Besucher in den Vordergrund stellt“. Dieser Satz ist keine hole Phrase, denn tatsächlich lebt die Leipziger Buchmesse und das parallel stattfindende Leipzig Liest von Lesungen, Diskussionen und Meet&Greets mit den Autoren. Es ist ein Festival für Bücherfreunde.

Da über die Buchmesse zu Genüge berichtet wird und wurde, haben wir uns einem der jüngeren Verlage zugewandt. Der 2004 gegründete Dresdner Verlag „Voland & Quist“ ist vor allem dafür bekannt, dass man bei Kurzgeschichten den Büchern auch gleich die CDs beilegt, sodass der Leser eine audiovisuelle Untermalung erhält. Der Verlag veröffentlicht vor allem „Lesebühnenliteratur, Spoken-Word-Lyrik, Romane und Erzählungen junger osteuropäischer Autoren sowie Kinderbücher und steht für eine junge, zeitgemäße Literaturwelt.

Im Gespräch mit dem Geschäftsführer und Verleger Leif Greinus schwärmte dieser von den zwei neuen Erscheinungen seines Verlages: Anna Herzigs „Sommernachtreigen“ und Francis Nenik „Reise durch ein tragikomisches Jahrhundert: Das irrwitzige Leben des Hasso Grabner“.

Herzigs Roman sei „…so großartig, dass wir die Veröffentlichung kurzfristig mit in unser Frühjahrsprogramm hineinnehmen mussten, da wir es den Lesern nicht vorenthalten wollten“, so Greinus. Der Roman erzählt die Geschichte einer sitzengelassenen Frau auf dem Weg nach Istanbul, die selbst zur Autorin wird. Sie schreibt von einer schicksalshaften Begegnung zweier Fremder in Wien. Eine Nacht gefüllt mit langen Gesprächen, Jägermeister und vielen verpassten Bussen.

Francis Nenik zeichnet das bewegte Leben Hasso Grabners nach. Einem NS- Widerstandskämpfer, der von der KZ- Gefangenheit, Vertreibung und dem Wiederaufbau der DDR geprägt, einen Beitrag zum Nichtvergessen der Vergangenheit leistete.

Nenik hat laut Greinus „wahnsinnig gut recherchiert, ist tief in die Geschichte eingetaucht und verwandelt die Geschichte trotz des enormen Inhaltes in ein leicht zu lesendes Buch, was den Leser gespannt mitfiebern lässt.“

Beim Erkundigen wie es in Zukunft um den Verlag und das Verlagswesen generell steht, blickte Greinus auf seine am Handy sitzende Tochter, lachte und entgegnete uns, dass es heutzutage für alle Printmedien schwer sei, bei der Digitalisierung mitzuhalten. Er und viele seiner Kollegen sehen das Buch dennoch als ein wichtiges Kulturgut.

„Ein Buch muss die Axt sein, für das gefrorene Meer in uns.“ (F. Kafka) – dank der Buchmesse konnten wir für einige Tage das eingefrorene Leipzig vergessen und tauchten in die Welt des Buches ein.

MB/ CJ

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