Das Vinylparadies im Peterssteinweg

Der Name als Reminiszenz an große Zeiten – die vielleicht wiederkehren. (Text: Ali Tschertow)

Im Leipziger Peterssteinweg, kurz vor der Härtelstraße gibt es einen kleinen Plattenladen. Dieser Laden ist das Phono-Centrum. Wenn man hinein geht, dann lässt man das hektisch städtische hinter sich. Denn im Phono-Centrum herrschen Gelassenheit und gute Musik.

Daniel ist der Mann hinter dem Tresen. Wenn man auf der Suche nach besonderen Tonträgern ist, dann ist er der perfekte Ansprechpartner. Das wundert nicht, denn er beschäftigt sich nicht erst seit gestern mit Musik. Vor neun Jahren zog er mit seinem Laden, der damals noch auf den Namen Klangkombinat hörte in den Peterssteinweg. Aus dem Klangkombinat wurde irgendwann das Phono-Centrum.

Auf die Frage wieso er solch einen Retronamen für sein Geschäft wählte sagt Daniel: „Phono war ein ganz wichtiger Begriff in den 70er Jahren und das Centrum, bei uns auch mit C geschrieben, ist eine Anlehnung an das Centrum Warenhaus zu DDR-Zeiten“. Die mitschwingende Nostalgie hat weniger mit der Sehnsucht nach dem untergegangenen Staat zu tun, als mit der Erinnerung an die Hochzeiten der Schallplatte. Das Hauptaugenmerk im Phono-Centrum liegt tatsächlich auf der klassischen Schallplatte. Natürlich kann man im Phonozentrum auch CDs bekommen – aber Platte ist Platte.

Die Schallplatte klingt einfach nicht so desinfiziert, sie hat Charakter und das ist es, was Daniel und seine Kunden so lieben. Daniel hält stets Ausschau nach audiophilen Köstlichkeiten und was ihm gefällt, das findet seien Weg in die Regale des Phono-Centrums.

Das Angebot an Klassik wurde mit den Jahren so groß, dass die nebenan freiwerdende Drogerie auch zu einem Teil des charmanten Plattenladens wurde. Gerade auch viele Leipzig-Touristen und Messegäste wissen den kleinen Laden im Peterssteinweg zu schätzen und verbringen auch gerne mal ein paar Stunden beim Durchstöbern der Platten und CDs.

Das bevorstehende KarliBeben am kommenden Samstag (18. April) ist die perfekte Gelegenheit diesen kleinen Hort guter Musik einmal kennenzulernen. Denn der achtzehnte April ist zufälliger Weise auch der Record Store Day – welcher geschaffen wurde, um den soundportalaffinen Musikfreunden den Besuch in einem richtigen Plattenladen schmackhaft z

u machen.

Am Samstag wird es ganz viele Schallplatten zu kleinsten Preisen – ab einem Euro geben, um vielleicht doch den Einen oder Anderen wieder an die Platte heranzuführen.

Daniel und sein Team im Phono-Centrum freuen sich auf Euch.