Kosmonaut Festival 2015 – Größer ist nicht immer besser

Also.. wo fange ich an?

Zu aller erst: Ich bin keine große Festivalgängerin. Jungfräulich habe ich im vergangenen Jahr das 2. Kosmonaut Festival am Stausee Oberrabenstein besucht und war positiv überrascht. Die Menschen, die Musik, beste Vibes. Alles schick. Ich war geflasht von den Acts und voller Vorfreude auf den geheimen Headliner. Daher war die Spannung auch in diesem Jahr kaum auszuhalten. Mit Zelt und Campingkocher im Gepäck ging es also auf nach Chemnitz, wo mich das noch junge Musik-Festival der Band Kraftklub erwarten sollte.

Eins muss man den Chemnitzer Rockern allemal lassen. Sie haben sich um einiges gesteigert. Erstmals war das Festival mit über 15.000 Besuchern ausverkauft. Das Campinggelände musste um einen improvisierten Trailerpark erweitert werden und auch innerhalb des Festivalgeländes hatte sich so einiges geändert. Neben der Hauptbühne konnte man nun auch zu einer kleineren Nebenbühne, gesponsert vom Musikmagazin ‚Noisey‘, wechseln oder im Blume Open Air zu den neuesten Beats abtanzen. Auch neu: Eine Komedy Bühne mit K und Blind Dating, die zwischen 15 und 19 Uhr Anwesende belustigen oder Singles zusammenführen sollte. Alles schön und gut. Ja das Kosmonaut ist gewachsen. Doch größer ist nicht immer besser. Mir persönlich fehlte in diesem Jahr etwas Charakter. Mit Sicherheit war das LineUp an beiden Abenden grandios, keine Frage! Seien es K.I.Z, die Beatsteaks, Thees Uhlmann oder auch der geheime Headliner Marteria. Sie alle sorgten für Musikgenuss pur. Doch das Festival startete eben 15.30 Uhr und nicht erst 19 Uhr. Und so stellte man sich die Frage, was tun in all der freien Zeit? Im vergangenen Jahr bot das Festival vielerlei Nebenattraktionen. Hüpfburgen, Trampoline und gratis Popcorn. Ein Paradies für das Kind in jedem Erwachsenen! In diesem Jahr erwarteten uns unschönes Wetter und Zigarettenbauchläden. Zudem lies auch das LineUp auf sich warten. Lobenswert ist es natürlich das so vielen Acts die Chance geboten wurde sich zu präsentieren und das Festival als Sprungbrett zu nutzen. Wer jedoch nicht interessiert war an Bombee, Der Ringer oder Trümmer dem blieb nichts anderes als sich mit größeren Biervorräten (und was das Drogenrepertoire noch so hergab) auf dem Campinggelände niederzulassen und sich den Rest des Nachmittags schön zu trinken. Und so verschwimmen meine positiven Festival-Eindrücke mit Erinnerungen an Schmutzki-Fans im Vollrausch und den Geruch von Marijuahna. Wer glaubt, dass es nichts besseres geben kann als ein Festival voller Sex, Drugs and Rock’n’Roll der ist defintiv nicht im Irrtum, denn um vollen Genuss zu erreichen muss man scheinbar entweder betrunken oder völlig breit sein. Das Fazit einer nüchternen Besucherin: Wer wirklich Wert auf die Musik legt sollte sich entweder die perfekte Begleitung und jede Menge Kartenspiele einpacken oder schlichtweg ein Tagesticket kaufen.
Jetzt heißt es nur noch warten auf den nächsten Raketenstart am 24. und 25.06.2016. Dann jedoch ohne Kraftklub.

Meine Musikempfehlungen die ich vom Festival mitgenommen habe:

Olympique – Face Down To The Earth
Wanda – Amore
AnnenMayKantereit – Barfuß am Klavier
Malky – Diamonds
The Majority Says – Silly Ghost