Mia Madre

Die Mitte des Lebens hat es oft in sich. Man hinterfragt alles, ändert vieles und es ist oft die Zeit in der die Eltern gehen. (Text: Ali Tschertow)

In Mia Madre, dem neuen Film von Nanni Moretti geht es genau um diese oft sehr schwierige Zeit.

Margherita (Margherita Buy) ist eine hart arbeitende Filmregisseurin die gerade in eben so einer Lebenskrise steckt. Am Filmset gestaltet sich die Arbeit mit dem amerikanischen Filmstar Barry Huggins (John Turturro) mehr als schwierig, denn der alles angrabende Barry ist vor der Kamera echt anstrengend, entweder vergisst er den Text oder er spielt scheiße und versucht das dann als seine „Interpretation“ zu verkaufen. Eine echte Diva eben. Im Privaten gibt es bei Margherita auch so einige Baustelen. Sie hat sich gerade von ihrem Freund getrennt und zu ihrer Tochter Livia (Beatrice Mancini) findet sie zur Zeit auch keinen richtigen Zugang. Als ob das alles nicht genug wäre – liegt ihre Mutter (Giulia Lazzarini) auch noch im Krankenhaus. Margherita hat Schuldgefühle, weil sie sich nicht so intensiv wie ihr Bruder Giovanni (Nanni Moretti) um ihre kranke Mutter kümmern kann. Es ist klar, dass die Mama – Mia Madre – kaum noch Aussichten hat, wieder gesund zu werden. Margherita versucht allem gerecht zu werden, doch das Resultat dieses Tanzes auf allen Hochzeiten ist, dass sie eigentlich für niemanden richtig da ist.

Ein Dilemma welches es aufzulösen gilt.

In dieser sehr ruhig erzählten Geschichte, gezeichnet mit klaren Bildern und unterlegt mit toller Musik, gelingt es Regisseur Nanni Moretti dem Zuschauer die schwierige Situation Margheritas nahe zu bringen. Man begreift ihre Situation und kann an ihren Gedanken teilhaben. Es gilt Prioritäten zu setzen und zu erkennen, was wirklich wichtig ist und genau das ist auch die Botschaft des Films.

Abgesehen davon ist Mia Madre natürlich auch eine Verneigung vor der Mutter und wer könnte dies besser als ein italienischer Mann?

Mia Madre ist eine italienisch–französische Koproduktion. Der Film kommt am 19. November in unsere Kinos. Der Besuch dieses Films lohnt sich!

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