Nova Heart – „Nova Heart“

Nachdem sich viele chinesische Künstler in der Klassik einen Namen gemacht haben, rücken nun die Indie-Rocker nach und beeindrucken mit gänzlich westlichen Klängen.

Helen Feng heißt die Frau, die im Jahr 2011 in Peking die Band Nova Heart gründete. Helen ist Mastermind des Projektes und beschreibt ihre Musik wie folgt: ein Mix aus Voodoo-Disco und Psycho-Rock.

Wenn man die Musik von Nova Heart hört, so drängen sich dem europäischen Ohr sofort Vergleiche mit Bands wie Blondie oder New Order auf und dazu gibt es noch eine ordentliche Portion Bristol-Darkness á la Portishead. Aber es gibt auch energetische Club-Momente (gleich Arthur Russell) zu hören. Wenn man dann etwas feiner hinhört und die wenigen asiatischen Tonträger zu Rate zieht, die man so rumliegen hat, dann kann man Parallelen zu Cornelius und anderen Helden der japanischen Popkultur bemerken.

Ganz egal wie wir Nova Heart einsortieren, in China gehören sie längst zur Speerspitze einer neuen und bunten Independent-Kultur. Außerdem sind sie auf dem besten Weg aus der chinesischen Nische heraus in die Welt.

Ihre Kariere begann Helen Feng als Moderatorin bei MTV-China. Eines Tages beschloss sie, sich nur noch die eigenen Projekte zu kümmern, eine Entscheidung die sie wohl nicht bereut. Umtriebige Freunde guter Musik kennen Helen Feng spätestens seit sie auf dem im letzten Jahr veröffentlichten Album „Asiatisch“ von Fatima Al Qadiri zu hören war. Auf „Asiatisch“ beglückt sie mit einer anrührenden Mandarin-Version von Sinead O’ConnorsNothing Compares 2 You“ – was für mich irgendwie nach den guten alten „Western Tunes in Mandarin“ klingt. Aber nicht schlecht!
Seit gut fünf Jahren touren NOVA HEART schon über alle Kontinente und haben sich einen hervorragenden Ruf als Live Act erspielt. Nun erscheint endlich Ihr erstes Album in Europa und der restlichen Welt. In China erschien es bereits Ende letzten Jahres.

Abgesehen von der Patti Smith-Coverversion „Dancing Barefoot“ finden sich auf „Nova Heart“ ausschließlich Eigenkompositionen. Die Musik von Nova Heart kommt düster und hypnotisch, erschreckend abgründig und wunderbar anziehend daher. Aber ganz egal wie, die Tracks lösen sich stets in hymnischen Pop-Hooks auf. Ob Helen Feng als schwere Melancholikerin im Bubblegum-Wonder-Land, als Gospel-geschulte Party-Predigerin oder als fatale Amor Fou aus den Boxen tropft – sie versteht ihr Spiel mit den Rollen ganz ausgezeichnet.

„Nova Heart“ von Nova Heart ist vom ersten bis zum elften Track allerfeinstes Hörvergnügen. Zu dem bietet uns das Album der Chinesen einen neuen, viel klareren Blick auf die Musikszene in China. Reinhören lohnt sich und wer reingehört hat läuft Gefahr sich an Nova Heart festzubeißen.

LIVEDATES 2016:

22.06 UK-London, Old Blue Last (Communion)
23.06 UK-London, The Islington
26.06 UK-Glastonbury Festival
29.06. UK-London, The Bedroom Bar
01.07. UK-London, The Kings Head (Killing Moon)
04.07. IT-Milano, Diz Festival,
24.07. FR-Grenoble, Festival Cabaret Frappé.

„Nova Heart“ von Nova Heart erscheint am 02.10.2015 via Staatsakt/Caroline.

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