Peter Heine – „Köstlicher Orient“

Heine schafft Ordnung im Halbwissenswust um die Küche des Orients.

Wer gerne isst und auch der Küche des Orients nicht abgeneigt ist, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Denn Peter Heine wagte das beinahe Unmögliche und schrieb eine Kulturgeschichte der orientalischen Küche. Zudem noch in für jeden verständlicher Form und ergänzt um Geschichten und Rezepte. Ob Döner, Hummus oder Marzipan – viele Speisen des Orients haben schon vor sehr langer Zeit den Weg in unsere Küchen und auf unsere Teller gefunden. Aber der Weg in unsere Küchen ist keine Einbahnstraße. Wusstest du, dass der Döner im Fladenbrot mit seiner, sehr dem deutschen Gaumen angepassten, Würzung mittlerweile in vielen Großstädten der Türkei und des Libanons angekommen ist? Auch hat der bei uns erhältliche Döner ja nicht wirklich etwas mit der ursprünglichen Fleischspieß zu tun. Da hat sozusagen eine Germanisierung des Döners stattgefunden und wir glauben doch wirklich, etwas lecker Türkisches zu essen.

Oder wie war das doch gleich mit dem Schweinefleisch? Viele Deutsche – aber auch viele Muslime glauben, das Schwein gehöre nicht auf den Teller, weil es ein schmutziges Tier sei. Aber es ist weniger die, im Übrigen sehr gründliche, Körperpflege der Rüsseltiere, als deren Verwendung als Opfertiere auf Altären und in Tempeln heidnischer Götter. Hier wollte der Prophet wohl eine tiefergehende Abgrenzung zu den anderen Religionen schaffen.

Oder wie ist das denn mit Kaffee, Tee oder den edlen Gewürzen aus tausend und einer Nacht? Auf etwas mehr als 200 Seiten bringt uns Peter Heine die Küche des Orients nahe. Heine schaut sowohl in die Küchen der Herrscher als auch in die von Ottonormal. Er betrachtet auch Bräuche wie Gastfreundschaft näher und so verschafft er uns einen Überblick über gut 1500 Jahre orientalischer Küche und Kultur. Viele der mitgelieferten 100 Rezepte eignen sich sogar zum Nachkochen und so verspricht „Köstlicher Orient“ eine in der Tat ganzheitliche Erfahrung.

Peter Heine – „Köstlicher Orient“ erschien 2016 bei Wagenbach. Das Buch hat 240 Seiten und kostet 29,90 €. (ISBN 978-3-8031-3661-9)

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