Sarah Klang – „Love In The Milky Way“

Ab aufs Sofa!

Und dort auf der Couch ergibst du dich der stillen Gewalt von Sarah Klangs Stimme, träumst, bist minimal traurig und dabei unbeschreiblich Grlücklich.

Sarah Klang sagt: „It´s ok to be sad“ und wenn das kein Dauerzustand ist, dann stimme ich zu.

Ich packe heute mal das Fazit an den Anfang, denn ich habe die neue Platte gerade zum ersten Mal im Player und fühle mich auf eine sehr angenehme Art überfahren.

Sarah Klang (Photo by Linnea Wilhelmsson)

Sarah Klang
(Photo by Linnea Wilhelmsson)

Sarah Klang wurde in Göteborg geboren, doch aufgewachsen ist sie in Nordschweden, unweit der Finnischen Grenze. Sie durfte dort aufwachsen wo es lange Zeit im Jahr dunkel und kalt ist, da wo man in und mit der Natur lebt. In Sarah Klangs Musik steckt viel vom Gefühl und der Melancholie dieser Landschaft. Sie war dort oben neu und dann gab es auch noch Trennungen in der Familie. Wenn man empfindsam ist wie Sarah es war, dann kann die Rettung manchmal nur in der Musik liegen.

Sie sucht und findet ihre Inspiration in der bildenden Kunst und in der Magie der alten Filme. Sie beschäftigt sich mit den Codes der Mode und erfindet sich mit dieser neu. Irgendwann stieß sie auf Dolly Parton, die eine Königin der Selbstinszenierung ist. Dolly Parton sagte mal: “It costs a lot of money to look this cheap”. Diese Frau hat Sarah definitiv beeinflusst. Sie verliebt sich in Kleider der 50er-Jahre, welche die Weiblichkeit grotesk betonen. Sarah beginnt mit Stereotypen zu spielen und daraus entsteht die Figur Sarah Klang als feministisches Statement.

Mittlerweile wohnt sie wieder in Göteborg und arbeitet daran eine große Singersongwriterin zu werden. In Göteborg lernte sie auch Kevin Andersson kennen, mit dem sie an ihren Songs schreibt.

Zentraler Punkt ihres Tuns und Denkens sind Frauen in der Gesellschaft, deren Wahrnehmung und Darstellung. Sie will diese seit Jahrtausenden andauernde „man`s world“ aufbrechen und Zeichen setzen. So verwundert es dann auch nicht wenn Sarah Klang in einem Bild im Brautkleid vorm Altar steht, in der Hand einen Kristallkelch mit hellroter Flüssigkeit drin und im nächsten Bild hält sie ein Gewehr, hat – ganz die Kämpferin – Kohlestriche unter den Augen. Und genau darum geht es ihr: Dass eine Frau Bilder von sich um ihrer selbst willen schafft, unabhängig davon, Männern gefallen zu wollen. Und so schickt Sarah mit „Vile“ einen Weckruf an “all the girls to get rid of their dumb boyfriend. Not to stay in a relationship being all supportive when he`s not.”

Aber keine Angst, Sarah Klang will uns Männer nicht töten, sie will nur unser denken von den Eiern ins Gehirn verfrachten. Beginnen tut sie bei den Frauen, denn wenn diese nicht taff sind, so werden sie sich von Männern immer wieder in die alte Rolle stecken lassen.

Sarahs Musik ist so unbeschreiblich traurig. In einem Interview sagte sie „Ich werde wohl nie fröhliche Musik machen”. „Wenn ich froh bin brauche ich keine Erleichterung. Andere Leute gehen zum Therapeuten, ich verarbeite meine Traurigkeit in der Musik.”

So auch im Song „Blue Bird“, den sie für ihre Jugendfreundin geschrieben hat, die sich mit Anfang 20 das Leben nahm. “Heartache is universal” sagt Sarah. „Das Traurige muss man zulassen, es macht einen echt.” Und echt ist wohl das beste Wort, wenn man das Besondere in der Musik der Sarah Klang beschreiben will.

Ihre Songs sind überwiegend ruhig. Sie wird von Klavier, Gitarre und Mellotron-Flöten begleitet und die Snare-Drum ist dabei trocken und gibt so Sarahs Stimme den nötigen Raum.

Das Album „Love In The Milky Way“ erscheint heute (09.02.2018) via Ferryhouse Productions.

Sarah Klang live
11.04. Hamburg – Nochtwache
12.04. Berlin – Auster Club
13.04. Cologne – Wohngemeinschaft
14.04. Haldern – Pop Bar

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