Sleep – „Sleep“

Schlaf schafft Abstand zur Wirklichkeit und so lassen sich im Schlaf etwaige Probleme meist fantastisch lösen. Ganz ähnlich verhält es sich mit der Musik von Sleep.

Wer mit dem Namen nichts anfangen kann, sollte sich ganz entspannt zurück lehnen, denn Sleep nicht zu kennen ist erst mal nicht schlimm. Wenn man dann die Lampe an macht und den Lichtkegel in Richtung Sleep bewegt, bekommt man ganz schnell mit, dass es sich wieder mal um ein Side-Projekt handelt. Diesmal ist es das Projekt von Andreas Specht, dem Kopf von Ja, Panik.

Andreas ist ein ausgesprochener Freund des Schlafes und so blieb ihm keine andere Wahl, als sein Soloprojekt nach seiner großen Passion zu benennen. Da „Sleep“ – sein erstes Soloalbum – sich ausgiebig mit dem Schlaf beschäftigt, heißt die Scheibe eben genau so wie sein Projekt.

Er redet vom Schlaf als dem Heim der verborgenen Traumwelt – dem liebsten Zufluchtsort. Sleep ist wohl so etwas wie eine erträumte Sound-Matrix aus Pop- und Folksongs, aus Field-Recordings und der vielfältigen Polyrhythmik unserer Biosphäre. Wir begegnen dort den Geistern der Hauntology und dem alles einsaugenden Dub der Soundsysteme.

Aus so etwas kann schnell eine Sucht erwachsen, die Umgebung in der man sich bewegt – nichts bestimmbares – irgendwo zwischen Stadt und Land, zwischen drinnen und draußen, zwischen Industrie-Brache und Naturflash.

Andreas Spechtl hat sich in den letzten Jahren an allen möglichen Orten dieser Welt herumgetrieben und nach Soundschnipseln gesucht, um diese eines Tages auf mehreren Spuren zu sortieren, eine Gitarre dazu aufzunehmen oder einen Song dazu einzusingen. Den erlebten Tag also noch einmal im wachen Zustand nachgeträumt, aufgenommen und wie im Traum variiert.

Solange bis er tatsächlich in den Schlaf fiel.

Um endlich wieder an den innersten aller Orte zu gelangen, der uns alle fest zusammen hält und uns wie eine schützende Hülle umgibt: An jeden noch auszudenkenden Ort.

„Sleep“ ist ein aufregend unaufgeregtes Stück Musik, das bei jedem weiteren Hören neue Facetten sichtbar – ähm hörbar – macht.

„Sleep“ erscheint am 24.07. als LP, CD und natürlich auch digital.

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