Ursula Arnold, Arno Fischer, Evelyn Richter – „Gehaltene Zeit“

Seit dem 3. Juli läuft die aktuelle Fotoausstellung der drei Fotografen im Leipziger Museum der Bildenden Künste.

Hier werden erstmals in einer Ausstellung die drei Fotografen Ursula Arnold (1929–2012), Arno Fischer (1927–2011) und Evelyn Richter (*1930) gemeinsam präsentiert und ihr umfangreiches Werk in einer repräsentativen Auswahl miteinander in Beziehung gesetzt. In dieser Schau werden Gemeinsamkeiten, Unterschiede und die jeweilige Sichtweise der drei Künstler sichtbar.

Hier treffen drei Lebenswerke und Lebensläufe sozial-künstlerisch engagierter Fotografen aufeinander. Alle fanden ihren eigenen Weg, um sich der geforderten Bildsymbolik und den Bildvorstellungen der DDR zu entziehen.

Arno Fischer kam als Autodidakt zur Fotografie. Ursula Arnold und Evelyn Richter absolvierten jeweils eine Lehre zur Fotografin und erlernten so die traditionelle Porträtfotografie im Atelier. Die beiden jungen Fotografinnen lernten sich 1953 in Leipzig kennen. Sie studierten im Anschluss an ihre Lehre an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Von da an verband sie eine tiefe Freundschaft und sie pflegten den künstlerischen Austausch. Arno Fischer und Evelyn Richter liefen sich 1957 in Leipzig über den Weg. Fischer war von Richters Arbeiten, die er in der Ausstellung „action fotografie“ sah, begeistert. Beide suchten künftig den Austausch und verfolgten ihre Arbeiten mit gegenseitigem Respekt. Während Ursula Arnold 1957 in Berlin eine Stelle beim Fernsehen als Kamerafrau annahm und nur noch privat fotografierte, arbeiteten Evelyn Richter in Leipzig und Arno Fischer in Berlin als Fotografen im eigenen Auftrag weiter.

Diese Ausstellung nimmt uns mit auf eine Zeitreise. Es geht zurück in die Zeit des Sozialismus, von den fünfziger bis in die achtziger Jahre. Die Fotos entstanden dabei nicht nur in Leipzig und Berlin, auch Moskau, Prag und Budapest sind Orte in denen die Zeit mittels der Fotografie quasi angehalten wurde.

„Gehaltene Zeit“ ist eine sehenswerte Ausstellung, nicht nur für Leute welche die abgelichteten Orte kennen. Die schwarz/weiß Fotos sind oft wunderbar komponiert und erzählen kleine Geschichten, die auch ohne direkten Bezug zum Abgebildeten funktionieren. Gerade auch die Landschaftsfotos mit ihren teilweise holzschnittartigen Kontrasten sind absolut spannend.

Wenn die Leitung der Museums der Bildenden Künste Leipzig nun noch das Wachpersonal in den Räumen dazu anhalten könnte den Besuchern nicht permanent das Verbot des Berührens der ausgestellten Werke zu erinnern, auch wenn diese die Bilder nicht berühren, dann könnte der Besuch der Ausstellung „Gehaltene Zeit“ richtig Spaß machen.

„Gehaltene Zeit“ läuft noch bis zum 3. Oktober 2016.

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