Bella Venezia – „Zu Gast bei Peggy”

Die Peggy Guggenheim Collection
Kunst und Venedig gehören einfach zusammen!

Heute fange ich endlich mit meinen Venedig-Tipps an. Lange Zeit schon trage ich diese Idee mit mir herum und der heutige Sonnenschein ist es, der mir den nötigen Schupps gibt.

Das Venedig eine Reise wert ist muss ich wohl niemandem erzählen und so beginnt mit „Bella Venezia“ eine Reihe von Empfehlungen für den Besuch in der Lagunenstadt. Den Anfang machen wir mit der Peggy Guggenheim Collection.

Wenn du den Canal Grande mit dem Vaporetto (Linie 1) von der Piazzale Roma kommend herunter fährst, du unter der Ponte dell´Accademia hindurchgefahren bist und du rechter Hand schon die gewaltige Kirche Santa Maria della Salute über die Dächer gucken siehst, dann fällt dir –auch auf der rechten Seite – ein ungewöhnlicher Flachbau auf. Dieser Flachbau ist der Palazzo Venier dei Leoni. Es ist nicht nur der einzig unvollendete Palazzo am Canal Grande – es ist auch die Heimat der Peggy Guggenheim Collection. Jetzt kommt auch gleich die Station „Salute“, direkt an der gewaltigen Kirche. Hier steigst du aus und läufst ein Stücken zurück. Nach etwa fünf Minuten stehst du vor einem Gartentor und dahinter öffnet sich die Kunstsammlung der Peggy Guggenheim.

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Peggy Guggenheim war eine von drei Töchtern des New Yorker Geschäftsmannes Benjamin Guggenheim. Als sie 1919 volljährig wurde bekam sie ihren Erbteil (450.000 Dollar) ausgezahlt und konnte so ein von ihrer Familie unabhängiges Leben führen.

Sie ging nach Europa und begann nach einem Ratschlag von Samuel Beckett, mit dem sie auch eine Beziehung hatte, sich mit moderner Kunst zu beschäftigen und kaufte Werke von Constantin Brâncuși, Georges Braque, Marc Chagall, Salvador Dalí, Marcel Duchamp, Wassily Kandinsky, Piet Mondrian, Wolfgang Paalen, Pablo Picasso und anderen Künstlern. Der Fluchtinstinkt vieler in Europa lebender Künstler und der damit verbundene Geldbedarf sorgten dafür, dass Peggy Guggenheim so für knapp 40.000 Dollar den Grundstein ihrer Sammlung legen konnte. Beim Kauf der Bilder folgte sie dem Rat von Marcel Duchamp und Howard Putzel und kam so, gleich der Jungfrau die zu ihrem Kinde kam, zu einer der bedeutendsten Sammlungen Zeitgenössischer Kunst.

Nach Venedig kam sie 1948. Die Stadt hatte sie eingeladen ihre Sammlung auf der Biennale zu präsentieren. Damals kaufte sie auch den Palazzo Venier dei Leoni und machten diesen und den dazugehörigen Garten zu ihrem Lebens- und Ausstellungsraum. Bereits ab 1951 waren ihre Wohn- und Ausstellungsräume in den Sommermonaten der Öffentlichkeit zugänglich. So schuf Peggy Guggenheim einen dauerhaften Hotspot für Kunstliebhaben in Venedig.

Im Gebäude selbst kann man sich die Werke von Pablo Picasso, Max Ernst, Wassily Kandinsky, Piet Mondrian, Hans Arp und weiteren bedeutenden Künstlern aus der Nähe betrachten und im Garten, der gerade auch im Sommer als Pausenort für den Besucher wichtig ist gibt es neben Kaffee, Kuchen und Snacks auch wunderschöne Skulpturen zu besichtigen. So kann man in diesem „Refugio del Arte“ leicht einen ganzen Tag verbringen.

Zum Abschluss des Besuchs in der Peggy Guggenheim Collection empfiehlt sich ein Besuch an der Spitze, wo das Fondamente Salute und das Fondamente Zattere Ai Saloni zusammentreffen. Gut wenn man dann einen Prosecco und ein Panino oder ein Tramezzino dabei hat. Man kann sich dann einfach auf die Uferbefestigung setzen und verträumt hinüber nach Giudecca, San Giorgio Maggiore oder nach links in Richtung San Marco schauen.

Die Peggy Guggenheim Collection hat täglich von zehn bis achtzehn Uhr geöffnet und die Eintrittspreise sind mit 15 Euro für Erwachsene, 13 Euro für Senioren über 65 Jahre und 9 Euro für Studenten unter 26 Jahren echt moderat. Kinder unter zehn Jahren zahlen nichts.

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