Ein königlicher Tausch

Unerträglich kalt und intrigant

Kind einer Herrscherfamilie zu sein ist wahrscheinlich nie ein Festival der Liebe und der Freiheit. Mit „Ein königlicher Tausch“ in der Regie, von Marc Dugain kommt Ende Februar ein Film in unsere Kinos, der uns das Leben an den Königshöfen Frankreichs und Spaniens im achtzehnten Jahrhundert näher bringt.

In Versailles, ersinnt Herzog Philipp von Orléans – gespielt von Olivier Gourmet – einen genialen Plan um den Frieden mit Spanien zu sichern. Philipp von Orléans ist der Regent am französischen Hof, bis Ludwig der XV alt genug ist, um König zu werden. Philipp von Orléans schickt seine zwölfjährige Tochter Louise Elisabeth – gespielt von Anamaria Vartolmei – nach Madrid, um dort den gleichaltrigen Don Luis – welcher von Kacey Mottet Klein gespielt wird – zu heiraten. Don Luis ist Sohn des spanischen Königs Philipp V, gespielt von Lambert Wilson. Im Gegenzug wird die vier Jahre alte Tochter Philipps, Maria Anna Victoria – gespielt von Juliane Lepoureau – nach Paris geschickt, um dort die Gemahlin des zukünftigen Königs Ludwig XV. zu werden.

Ein königlicher Tausch

Der Austausch der Prinzessinnen findet an der Grenze beider Länder statt. Beide Mädchen finden sich auf einmal in einer gänzlich fremden Umgebung wieder und müssen dort ihre Rolle „spielen“. Während die kleine Maria Anna Victoria noch viel zu jung ist um Kinder zu bekommen, wird von Louise Elisabeth erwartet, dass sie recht bald für einen Thronfolger sorgt.

Natürlich liegt nicht nur auf den beiden Mädchen ein ungeheurer Druck, auch die beiden Könige in spe sind andauernden Beeinflussungen intriganter und machthungriger Mitglieder des Hofes ausgesetzt.

Es geht am Ende nur um Macht und deren Erhalt. Die viel zu jungen Paare sind Figuren in einem unwürdigen Spiel. Sollen die beiden Mädchen doch nur als Gebärmaschinen dienen, die mit ihrem blaublütigen Nachwuchs den Frieden zwischen den Reichen sichern sollen. Das sie viel zu jung sind und das sie auch eigene Gefühle und Wünsche haben wird komplett ignoriert.

Regisseur Dugain beschreibt mit „Ein königlicher Tausch“ diese tragische Situation aus Sicht der Kinder, zeigt ihre Gefühle und wie sie sich verändern. Er zeigt wie hart es ist jemand sein zu müssen, der man doch noch gar nicht sein kann.

„Ein königlicher Tausch“ ist ein dramatischer Film, der uns eine Welt näher bringt in der wir nicht hätten leben wollen. Er zeigt die menschliche Kälte in den Adelsfamilien und wie offen Intrigen gesponnen wurden. Leider kratzt Dugain oft nur an der Oberfläche und vergisst ins Detail zu gehen. So steht auch der Zuschauer in einer gewissen adeligen Distanz zu den Charakteren. Etwas mehr Tiefe wäre gut gewesen und dennoch ist „Ein königlicher Tausch“ ein recht guter Film, der uns für zwei Stunden in eine andere Welt entführt. Und das ist doch der Sinn des Kinos. Oder?

“Ein königlicher Tausch” ab 28. Februar in den Kinos.