g.rag/zelig implosion deluxxe – „Laut Los“

Wenn Samples, Amiga und Atari auf Medientheoretiker treffen

Oft hat man beim Hören des ersten Stücks auf einem Album bereits eine Idee wohin der musikalische Haase läuft, doch in diesem Fall hat der Haase offenbar Orientierungsprobleme. Nicht das Orientierungsschwierigkeiten prinzipiell schlecht wären, doch hier wird eben eine Erwartung durchkreuzt und das schafft eine gewisse Ratlosigkeit.

Wenn man ein Album allerdings als eine Reise betrachtet, dann geht es ja nicht darum schnellstmöglich ans Ziel zu gelangen, vielmehr ist der Weg das Ziel und wenn man sich darauf einlässt, dann ist man bereit, die Schönheit der Landschaft links und rechts des Wegs wahrzunehmen.

Auf dem aktuellen Album „Laut Los“ treffen Zukunftssounds aus der Vergangenheit auf Botschaften der Gegenwart, die sich gern als historisch tarnen. Entstanden ist die aktuelle Platte in der hauseigenen Werkstatt von g.rag. „Laut Los“ ist die Erweitung des Albums „Schöner Warten“ (2018) und auch die Antithese zu „Neue Stadt“ (2018). So wie bereits auf dem Debut-Album „Tanz No Wave“ (2016) ein Stück von Wire gecovert wurde, so wurde auch auf „Schöner Warten“ ein Track von Palais Schaumburg gecovert, was zur logischen Folge hat, das sich auch auf „Laut Los“ ein Covertrack – diesmal auf Postpunk-NoWave-Zeiten findet.

Die zwölf Tracks auf „Laut Los“ nehmen uns auf eine Reise in die Zukunft von gestern mit. Hier treffen elektronische Musik auf Beatmusik und die Siebziger werden im Jetzt greifbar. In den Songs kann man sich verlieren und in anderen kann man sich dann – wie gut – wiederfinden.

Diese Platte ist großes Kino für die Ohren!

g.rag/zelig implosion deluxxe – „laut los“ wurde bereits am 01. Mai 2020 via Gutfeeling veröffentlicht.