Gender Roles – „Prang“

Mit ganz viel Kraft und guten Texten

Manchmal – wohl in den Momenten des Größenwahns – glaube ich beinahe alles an Musik zu kennen. Nichts ist mir wirklich neu und ich bin nur schwer zu begeistern. Aber das sind nur schwache Momente, denn eigentlich weiß ich, dass ich nichts weiß. Es gibt so viele coole, innovative, witzige, charismatische, hoch musikalische und interessante Bands und ständig kommen neue Bands dazu.

Gender Roles aus Brighton (UK) gehören zu diesen vielen großartigen Bands. Im Vereinigten Königreich ist Brighton das musikalische Epizentrum der Amateur-Musik-Szene. Viele Bands die sich dort ausprobierten sind mittlerweile „amtlich fette Acts“ – wie die Post-Punk-Exzellenz von Squid oder die Indie-Kraft von Black Honey.

Gender Roles sind auch in Brighton zu Hause. Gegründet haben sie sich 2015. Es begann damit, das Gitarrist und Sänger Tom Bennett und der Bassist Jared Tomkins zufällig auf der Brighton Pride Party den Schlagzeuger Jordan Lilford kennenlernten. Hier haben sich die richtigen Typen getroffen und Brighton mit seiner großartigen Musik- und Kulturszene war das ideale Biotop für die ersten Schritte.

Brighton ist zwar immer noch die Heimat der Drei, doch in der letzten Zeit waren die Jungs lieber auf Tour als Zuhause. Sie traten unter anderem mit Jamie Lenman, Touché Amoré oder PUP auf und versammelten eine mittlerweile große Fangemeinde um sich. Neben den unverschämt eingängigen Songs schätzen ihre Fans vor allem auch den ungewöhnlichen Humor von Gender Roles.

Bisher veröffentlichten Gender Roles zwei EPs. 2017 erschien “Planet X-Ray” und “Lazer Rush” folge nur ein Jahr später. Beide Platten beschäftigten sich damit, gemeinsam die Vergangenheit zu bewältigen und in die Zukunft zu schauen.

Nun ist mit “Prang” das erste Album da und auf “Prang” geht es weniger um die Vergangenheit als um das Jetzt. Das Album wurde in nur zehn Tagen zusammen mit dem Produzenten Ian Sadler in den Emeline Studios in Kent aufgenommen. In diesen 10 Tagen drehte sich das Leben von Gender Roles nur um die aufzunehmenden Songs oder die Songs waren für zehn Tage das Leben der Drei.

Am Ende ist Gender Roles mit „Prang“ ein richtig gutes Album gelungen mit Treibenden Gitarren, harmonischem Gesang, enormem Tempo und einem mitreißenden Schlagzeug. So ist dieses Album ein binauraler Energieriegel der dich kickt und dir körperliche und geistige Kraft gibt.

Gender Roles – „Prang“ erschien am 30. August via Big Scary Monsters im Vertrieb von AL!VE / The Orchard und ist als CD, Vinyl und Digital erhältlich.