ibug 2019 – ein Bericht

Aus alt mach Neu!

Zum 14. Mal öffnete die Ibug (kurz für: Industriebracheumgestaltung) vom 23. bis zum 25. August sowie vom 30. August bis zum 1. September 2019 ihre Tore. Nach zwei Jahren in Chemnitz nun auf dem ehemaligen Bahnbetriebswerk in Reichenbach. Rund 80 Kunstschaffende und Künstlerkollektive aus der ganzen Welt präsentierten auf der 11 Hektar großen Fläche Installationen und Illustrationen, Wandgemälde und Malereien. Eine Woche zuvor kamen sie zusammen und verwandelten das Industriegelände in eine bunte, einzigartige Welt und schafften ein faszinierendes Gesamtkunstwerk.

Seit der ersten Ibug 2006 hat sich das Festival für urbane Kunst als ein weltweit bekanntes Festival etabliert. Immer am letzten Wochenende im August wird eine Industriebrache in Westsachsen für die Organisatoren und Künstlerinnen und Künstler freigegeben. Diese können sich dann frei austoben und ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

ibug 2019

Das Besondere in diesem Jahr war, dass das Festivalgelände eine Größe annahm, die es so bisher nicht gab. Es gab verschiedene Gebäude, die unteranderem als Kino, Diskussionsraum und Kreativzone bereitstanden, eine kleine Skatepark- Anlage und eine Art „Disco“, hinabgesetzt in einem großem Baggerloch. Außerdem war für Speis und Trank von Anbietern aus der Region gesorgt, von veganem Döner, Bio-Bratwurst, bis zu selbstgebackenem Kuchen. Außerordentlich beeindrucken war, dass das gesamte Gelände die Besucherinnen und Besucher in eine andere Welt zog, da detailreich geschmückt und in jeder Ecke der Ruin künstlerisch gestaltet wurde. In einem alten Haus, welches noch zu DDR Zeiten als Bürohaus der Bahn fungierte, konnten wir den alten Dachboden besichtigen, der hunderte von alten Dokumenten beherbergt. Bei einem Siebdruckstand bekam man die Möglichkeit, seinen eigenen Jutebeutel oder ein Shirt selbst zu drucken, mit Grafiken der Künstlerinnen und Künstler, dem Ibug-Logo und anderen schicken Motiven. Für die ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gab es vor Eröffnung eine „Ehemaligenführung“.

„Das war ein sehr emotionales Treffen. Menschen, die Jahre lang zusammengearbeitet haben, trafen sich wieder. Besonders lustig war, dass sie sich freuten, dass die alten Gardinen noch hängen. Da kamen viele Erinnerungen und Gefühle auf“, so Philipp, einer der freiwilligen Helfern.

Die ibug, ein Ort der Fantasie, der Liebe, des Glänzen und Funkelns. Eine Idee, die sich immer weiterentwickelt und heute nicht mehr aus den Sommerplänen vieler Menschen wegzudenken ist. Es ist wunderbar zu sehen, wie eine große Gruppe an Akteurinnen und Akteuren sich über das ganze Jahr hinweg Gedanken macht, wie man aus Alt neu macht, wie man längst vergessene Orte wenigstens für eine kurze Zeit wieder mit Leben füllt. Eine neue Location für 2020 steht noch nicht fest, wir müssen also abwarten und dürfen gespannt sein!