FishBookLetters

Friday, November 27, 2020
Karlovy Vary

Mal fürs Wochenende nach Karlovy Vary

Ein Kurztrip mit echtem Urlaubsfeeling

Oft steht wieder ein Wochenende vor der Tür und man fragt sich wo es hingehen soll, was man machen kann. Zumindest wenn man so wie ich oft den Drang verspürt wegzufahren zu wollen.

Neulich war es wieder soweit und da tauchte eine lang schon vorhandene aber immer wieder erfolgreich verdrängte Idee auf – Karlovy Vary. Ich war vor über dreißig Jahren zum letzten mal dort, damals im Rahmen der Abschlussfahrt. Meine Erinnerungen waren durchweg positiv und so konnte mir diese Stadt nicht aus dem Kopf gehen.

Und nun endlich die Umsetzung des lang gehegten Plans: Karlsbad ist gut 175 Kilometer von Leipzig entfernt und mit dem Auto in knapp zweieinhalb Stunden zu erreichen. Schon die Fahrt durchs Erzgebirge ist ein Traum, denn der Weg führt durch eine wunderschöne und abwechslungsreiche Gebirgslandschaft, vorbei an den weltbekannten Räucherkerzenschmieden in Crottendorf und Neudorf, wo man bei Bedarf gern anhalten kann. Ich verschob das Anhalten auf den Rückweg und strebte erst einmal dem Ziel meiner Sehnsucht entgegen.

Am frühen Abend erreichte ich die Stadt an der Eger, die bekannt für ihre Heilquellen und ihre Architektur ist. Natürlich war mein Quartier direkt im historischen Zentrum, wo sich Jugendstil und Art Déco wie auf einer Perlenkette aneinanderreihen und so ein einzigartiges Stadtbild schaffen. So leer wie zur Zeit war Karlsbad wohl lange nicht mehr. Dem Besucher bietet sich der Zeit eine wunderschöne Stadt in fantastischer Landschaft, mit einem Überangebot an günstigen Übernachtungsmöglichkeiten.

Die Stadt hat sich enorm entwickelt und da der Kurbetrieb bisher eine sichere Einnahmequelle war gibt es kaum ein historisches Haus, welches nicht saniert wurde. Einst war auch Peter der Große in Karlovy Vary und so war diese Stadt an der Eger bis zu Corona ein Mekka für Russische Touristen und Investoren. Seit dem Frühjahr dieses Jahres bleibt nun ein Großteil dieser Touristen weg, was viele Ladenschließungen mit sich brachte. Aber wenn man nicht für einen Luxuseinkauf hier her gekommen ist, dann fällt das nicht wirklich auf. Für die Stadt selbst braucht man gut einen Tag, doch die Umgebung bietet tolle Wanderwege und auch Marienbad und Pilsen sind nicht weit weg.

Das es in Tschechien gutes Essen und richtig gutes Bier gibt ist kein Geheimnis und auch die Weine aus Böhmen und Mähren sind ein Gedicht. Übrigens: Wellness wird in Karlsbad ganz groß geschrieben und es wäre ein Frevel, nicht Massagen, Sauna oder Bäder wahrgenommen zu haben.

Ich bin froh, meinem lange mit mir rumgetragenen Drang nach Karlsbad zu fahren nachgegeben zu haben und kann einen Trip in dieses mondäne Kurbad nur wärmstens empfehlen. Und ja, man kann auch mit dem Zug fahren, die Zugfahrt von Leipzig dauert gut vier Stunden, aber so eine Zugreise hat ja auch ihre Reize.

Show More