„Mein Bester & Ich“

Wie siehst du dir Remakes an?

Mit Remakes ist es ja so eine Sache: Kommt der Abklatsch an das Original ran? Ist die Story noch die selbe? Ist er gar besser als das Original? Wenn du so voller Erwartungen und Vorurteile in ein Remake rein gehst, dann kann der Film eigentlich nur verlieren. Voraussetzung für das Ansehen eines Remakes ist der Wille einen Film zu sehen weil dieser spannend sein könnte und das Ablegen aller Erwartungen.

„Mein Bester & Ich“ Szenenbild

Und nun bitten den Gong.

“Ziemlich beste Freunde” war 2011 der Kinoknaller. Die Geschichte vom Reichen aber körperlich schwer behinderten Mann und dessen Pfleger Widerwillen und ihre sich entwickelnde Freundschaft ging vielen ans Herz. In der Art und Weise war die Regiearbeit von Olivier Nakache und Éric Toledano bestes französisches Kino, eine klasse Geschichte – erzählt mit Witz und Hirn.

Und hier sind wir beim Grund für das Remake. Hirn!

Ich liebe Hirn – ob in der Literatur, bei Menschen oder im Film. Denn Hirn fordert mein Hirn und dann geht es mir gut. Viele Menschen auf diesen Planeten, nicht nur in den USA, können mit so viel Hirn im Film nichts anfangen. Zu viel Geist im Film hindert sie daran die Handlang zu verstehen oder schmälert einfach nur das Vergnügen. An diesem Punkt kommt Hollywood ins Spiel, denn in Hollywood versteht man sich darauf Geschichten in den Windkanal zu stecken. Und wenn sie da raus sind, so hat man ein breiten Erzählstrang ohne Abzweigungen und Hindernisse. Hier kommt jeder mit und so haben alle ihren Spaß. (Hier geht es nicht um Liebe zu richtig gut erzählten Filmgeschichten – hier geht es um Kino für Millionen und noch viel mehr Geld)

Aber zurück zu „Mein Bester & Ich“. Im Prinzip läuft es wie bei “Ziemlich beste Freunde”. Dell gespielt von Kevin Hart ist Ex-Knacki und auf dem besten Weg wieder ins Gefängnis gesteckt zu werden. Er findet keine Arbeit und ehrlich gesagt hat er auch gar keinen Bock zu arbeiten. Eher aus Trotz wird er dann vom schwer reichen Unternehmer Philipp Lacasse angestellt, denn der nach einem Sport-Unfall an den Rollstuhl gefesselte Lacasse sucht gerade nach einem neuen Pfleger und Dell ist in der Langen Reihe von fachlich kompetenten oder einfach nur doof labenden Bewerbern ein echter Lichtblick. Aus einer zu Beginn etwas holprigen Pfleger-Patient-Beziehung entwickelt sich nicht zuletzt durch Dell´s Humor eine großartige Freundschaft.

Der 118 Minuten lange Film ist eine Regiearbeit von Nil Burger und wenn man nicht schon nörgelnd und miesepetrig in den Film rein geht, so wird man mit einem Lächeln und einer Träne im Knopfloch aus den Film raus gehen und einen schönen Kinoabend gehabt haben.

„Mein Bester & Ich“ kommt am 21. Februar in die Kinos.

Durchaus Sehenswert!

Besetzung: Bryan Cranston als Phillip, Kevin Hart als Dell, Nicole Kidman in der Rolle der  Yvonne, Julianna Margulies als Lily, Aja Naomi King – Latrice, Genevieve Angelson als Jenny… Regie Nil Burger.