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Tuesday, October 27, 2026
Anzio – ab ans Meer

Anzio – ab ans Meer

© 09 | 2026 Alexander Ali Tschertow – Alle Rechte vorbehalten

Rom ist schön. Die ewige Stadt ist sicher einer meiner Lieblingsorte in Italien. Diese Stadt ist groß und bunt und an fast jeder Ecke gibt es etwas Schönes zu entdecken. Aber so schön die Stadt auch ist, ich höre das nicht weit entfernte Meer rufen und so zieht es mich wenigstens einmal pro Aufenthalt in Rom auch raus aus der Stadt ans Meer.

Der Teil des Mittelmeers vor der Haustür Roms ist das Tyrrhenische Meer und weil ich nicht so der Freund von großen Menschenmengen bin, zieht es mich nicht nach Ostia oder Civitavecchia. Für mich ist Anzio, etwas weiter südlich, der Ort der Sehnsucht. Mit dem Regionalzug von Roma Termini – der dort etwa einmal pro Stunde abfährt – braucht man gut eine Stunde. Schnell ist der Zug aus Rom raus und auch wenn es durch den Speckgürtel der Capitale geht, ist die Fahrt nicht langweilig. Vom Bahnhof Anzio ist es dann ein fünfzehnminütiger Weg bis ins Zentrum der kleinen Stadt am Meer, die mit über fünfzigtausend Einwohnern gar nicht so klein ist.

Anzio hat tolle Strände und hier hat man den nötigen Abstand zu Rom, falls man diesen braucht. Viele Römer sahen das schon vor über zweitausend Jahren so und deshalb bauten sich die, die es sich leisten konnten, hier ihre Villen. Man kommt die Viale Claudio Paolini vom Bahnhof herunter und macht am Ende einen leichten Schlenker nach rechts in die Via Claudio Paolini, welche an der nächsten Ecke zur Via Dei Fabbri wird. Gut dreißig Meter weiter auf der rechten Seite ist das Ristorante la Piazzetta, wo sich ein Stopp lohnt, wenn du schmackhaft zubereitete Meeresfrüchte magst.

Über die Piazza Pia kommst du ans Wasser und zu den Restaurants, die sich für etwas Besseres halten. Zumindest ist der Gedanke naheliegend, wenn man auf die Preise schaut. Aber auch hier ist nicht alles absurd teuer und ein zweiter Blick lohnt sich auf jeden Fall. Wenn du die Via Porta Innocenziano hinter gehst und wieder nach rechts in die Via Riviera Vittorio Mallozzi abbiegst, dann siehst du den schönen kleinen Strand von Anzio. Ein Stück weiter nördlich siehst du das Monumente a Nerone. Ja, auch er hatte hier eine Villa, wohl um vom Feuerlegen zu pausieren. Das Denkmal des flammaffinen Herrschers steht auf antiken Gebäuderesten, die mit ihren zum Strand hin offenen Gewölben vielen Badenden einen schönen, weil sonnengeschützten Platz, bieten. Zu Neros Füßen geht hier eine kleine Mole vom Ufer ab, an deren Rändern man prima sitzen und auf das Meer schauen kann. Ich liebe es aufs Meer zu gucken, denn wenn ich das lange genug mache, dann kommen mir viele Ideen und einige davon überstehen sogar die nächsten fünf Minuten und haben Potenzial – wozu auch immer.

Ist der Gier nach Meer genüge getan, kannst du entweder in der Bar La Terrazza noch mal frisch zubereitete Meeresfrüchte genießen und dabei aufs Meer gucken oder du erkundest noch ein wenig die Läden und Eisdielen von Anzio, bevor du zurück nach Rom fährst. Der Abstecher lohnt sich, denn hier ist nicht so viel Touristenvolk unterwegs und die Verkäufer nehmen sich etwas mehr Zeit für dich und sie sind oft etwas freundlicher und ehrlicher als ihre KollegInnen in Rom.

Nach einem Tag in Anzio bin ich dann auch wieder bereit für Rom, denn auch in Rom gibt es viele interessante Orte, die nicht von riesigen Besuchermengen heimgesucht werden.

(Übrigens: hinter dem Monumente a Nerone befindet sich ein weiterer sehr schöner Strand und noch etwas weiter nördlich ist der große Spiaggia di Anzio, der mit seinen Kollegen in Ostia und Civitavecchia verwandt zu sein scheint.)

 

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